039 – Vom Ende des Gemeinwohls von Michael J. Sandel

In der letzten Episode haben wir unter anderem gehört, wir hätten verlernt, eine grundlegend andere Gesellschaft zu denken. In dieser Episode geht es darum, woran es denn in unserer aktuellen Gesellschaft hakt und an welchem Punkt das Nachdenken über eine neue Gesellschaft ansetzen könnte:

Der Philosoph Michael J. Sandel beschreibt in seinem Buch mit dem Titel „Vom Ende des Gemeinwohls“ die Folgen der Meritokratie, also einer Gesellschaftsordnung, die hauptsächlich auf Leistung beruht. Er kritisiert, dass diese Form der Leistungsgesellschaft mitunter für den aufkommenden Populismus verantwortlich ist und zur Erosion des Gemeinwohls führt.

Shownotes

Mehr Literatur

Quellen und so

  • Intro und Outro der Episode stammen aus dem Stück Maxixe von Agustin Barrios Mangore, eingespielt von Edson Lopes (CC-BY).
  • Das Umblättern zwischen den Teilen des Podcasts kommt hingegen von hoerspielbox.de.
  • Intro und Outro der Episode stammen aus dem Stück Maxixe von Agustin Barrios Mangore, eingespielt von Edson Lopes (CC-BY).
  • Das Umblättern zwischen den Teilen des Podcasts kommt hingegen von hoerspielbox.de.
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2 Kommentare

  1. Wenn es um die Auflösung der Verknüpfung von Geld und Moralität geht, hilft vielleicht ein Blick in die Edo-Periode Japans. Samurai waren oft arm, aber ein hoher Stand, währen Händler oft reich aber ein niederer Stand waren. Konfuzius sah in Händlern keinen hohen Mehrgewinn für die Gesellschaft, da sie nichts schufen.

  2. Eldhoverd
    31. Oktober 2022
    Antworten

    Hallo.
    Sehr wichtiges Buch, dass ihr da besprecht!
    Und es zieht offenkundig weite Kreise …
    Interessanter ZEIT-Artikel von matthias Ubl dazu, dass sich unser Scholz, Kanzler seines Namens mit Sandel beschäftigt und ausgetauscht hat, sich zunehmend auf ihn v.a. seit Corona bezogen hat. Anlass just das hier besprochene Buch über das Gemeinwohl, das die beiden in Diskussion brachte: „Scholz und Sandel zeigten im Talk in große Einigkeit, etwa darin, dass Leistung nicht immer in Einkommen gemessen werden dürfe und dass sogenannte systemrelevante Berufe – von der Pflege bis zur Müllabfuhr – mehr Anerkennung verdienten. Scholz‘ Büro bestätigte auf Anfrage von ZEIT ONLINE, dass sich der SPD-Politiker auch „in letzter Zeit zu verschiedenen Fragen“ mit Sandel ausgetauscht habe.“
    https://www.zeit.de/kultur/2022-10/olaf-scholz-michael-sandel-philosophie-bundeskanzler/komplettansicht
    SoziologInnen wie Reckwitz, nachtwey und Mayer-Ahuja gehören aber genauso zum politischen Referenzrahmen – an sich theoretisch also gut, praktisch m.E. noch arg abzuwarten, was daraus wird.

    Weil ihr Sternstunde Philosophie erwähnt: am 01.10.2022 war Michael Sandel zu Gast: „Michael Sandel: Das Leistungsdenken zersetzt unsere Gesellschaft“
    https://podcasts.srf.ch/world/audio/Sternstunde-Philosophie_01-10-2022-1100.1664539812179.mp3?assetId=706782bc-0fb9-42ed-ba10-e4a5bbfbcb30

    Wie sich Aufgestiegene ihre Zielerreichung (v)erklären (Prädestination religiöser oder sonstiger Art), habt ihr ja schon angesprochen. I.a.R. attributieren sie verstärkt internal, dass sie es wider alle Widerstände und Widerfahrnisse selber/alleine geschafft hätten. Und der (wohlwollende) Blick zurück wird dann auch rarer
    https://www.deutschlandfunk.de/getrennte-lebenswelten-koennen-sich-reichere-in-aermere-hineinversetzen-dlf-346170fe-100.html
    Demnach: selbst wenn man „von unten“ aufstieg, herkünftig also sehr wohl Bescheid weiß um die Barriereunfreiheiten auf dem Weg hinauf, schwindet die Empathie mit den VORIGEN Mitmenschen, die im alten Status/Rang geblieben sind; es nicht schafften, weil sie es nicht genauso entbehrungsreich versucht hätten wie man selbst. Bitter, wenn selbst die „Hinaus-Entsendeten“ dann die rückbindende Bodenhaftung zu verlieren drohen und für sie nicht mehr die Her-, sondern inszenatorisch nur noch die geschaffte Ankunft synchron in ihrem neuen Hier und Jetzt relevant ist. Als entfremdete man sich durch die Rekontextualisierung von den alten Bezügen. Pierre Bourdieu lässt grüßen: wenn man schon den AUfstieg auf den Berg geschafft hat und aus dem angestrengten Schnaufen herausgekommen ist, sich einigermaßen mehr schlecht als recht aklimatisiert hat, will man den Abstieg auch nur auf Zeit kaum noch wagen. Eventuell müsste man ja wieder angestrengt atmen, sobald man dann wieder hochgeht.

    Gruß

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