Zwischen zwei Deckeln Beiträge

14. Januar 2021 /

In seinem Buch “Mindstorms” von 1993 entwirft Seymour Papert eine neue Art, Kindern mit der Hilfe von Computern Wissen zu vermitteln. So sollen Kinder die Fähigkeit entwickeln, über ihr eigenes Denken und Lernen zu reflektieren. Papert hofft, dass sich durch eine veränderte Bildungskultur auch die Wissenschaftskultur verändert.

10. Dezember 2020 /

Maryanne Wolf kritisiert in dem Buch “Schnelles Lesen, langsames Lesen” unsere digitale Medienkultur. Sie sorgt sich, dass die im Digitalen geforderte “Hyper-Aufmerksamkeit” unsere Fähigkeiten lange und intensive Leseerfahrungen zu machen einschränkt. Das ist ein Problem, weil gerade gerade die Lesekompetenz uns als moderne Menschen zu Reflexion und autonomem Umgang mit der Welt befähigt.

12. November 2020 /

Aus heutiger Sicht bietet “Natural-Born Cyborgs” von Andy Clark eine retrofuturistische Utopie. Aber eben auch viele spannende Gedanken über das Verhältnis zwischen unserem Denken und unseren Werkzeugen. Clark verbindet dabei zwei grundsätzliche Ideen: Erstens den Gedanken, dass wir Menschen schon immer technologische Hilfsmittel – im weitesten Sinne – in unser Denken und Handeln einbezogen haben und zweitens Die Idee, dass Technologie immer “transparenter” wird. Uns also nicht mehr als Werkzeug gegenüber tritt, sondern als selbstverständlicher Teil unseres Körpers betrachtet wird

22. Oktober 2020 /

In “Moderne und Ambivalenz” beschreibt Bauman die moderne Welt als eine, die auf der beständigen Suche nach Ordnung ist und immer Klarheit schaffen will. Insbesondere die Idee des modernen Nationalstaats lebt dabei genuin von Reinheitsvorstellung der in ihm lebenden Völker. Baumann zeichnet nach, wie sehr die moderne Praxis der Vereindeutigung mit wissenschaftlichen Methoden zusammenhängt und durch diese hervorgebracht wurde und wird.

10. September 2020 /

In ‘Die Vereindeutigung der Welt’ argumentiert Thomas Bauer, dass unsere aktuelle Welt immer schlechter darin ist, Mehrdeutigkeit zuzulassen. Er zeigt auf, welche Probleme wir uns als Gesellschaft mit dieser geringen Ambiguitätstoleranz einhandeln.

13. August 2020 /

In “Die Bedeutung von Klasse” plädiert bell hooks dafür, ökonomische Ungleichheiten wieder stärker in den Mittelpunkt zu rücken. Sie argumentiert, dass der Fokus auf die Kategorien Rassismus und Sexismus nicht ausreicht, sich dem Ideal einer solidarischen Gesellschaft anzunähern. Sie eröffnet stattdessen eine Perspektive, die verschiedene Ungleichheitslinien gemeinsam in den Blick nimmt.

9. Juli 2020 /

In seinem Buch “Muster” zeigt Armin Nassehi auf, warum Digitalisierung nicht einfach nur ein weiteres Phänomen in der Gesellschaft ist, sondern an deren Grundstruktur ansetzt. Für ihn steht dabei im Mittelpunkt, dass die Analyse großer Datenmengen in der Lage ist, latente soziale Strukturen sichtbar zu machen und damit Gesellschaft im Grunde erst zu entdecken. Außerdem zeigt er, dass diese Datenmengen nicht die “reale” Welt beschreiben, sondern eine eigenständige Verdopplung erzeugen, die in der Lage ist, nahezu unendliche Komplexität zu verarbeiten – allerdings nicht ohne Nebenwirkungen.

11. Juni 2020 /

Hannah Fry zeichnet in ihrem Buch “Hello World” ein differenziertes Bild von Algorithmen in der modernen Welt. Sie wägt in verschiedenen Lebensbereichen Vor- gegen Nachteile des Einsatzes von Algorithmen miteinander ab und kommt immer wieder zu dem Schluss, dass Algorithmen ebenso viele Chancen wie Risiken bergen. Dabei stehen Probleme im Umgang mit vertraulichen Daten, Fehleinschätzungen und Übervertrauen in die Leistungsfähigkeit von diesen Computerprogrammen im Zentrum ihrer Überlegungen.

14. Mai 2020 /

In seinem Buch, “Das Zettelkasten-Prinzip” beschreibt Sönke Ahrens, wie Studierende und andere wissenschaftlich Arbeitende einen Zettelkasten nutzen können, um ihren Schreib und Arbeitsprozess möglichst effizient zu gestalten. Er geht dabei weniger auf den Zettelkasten als Werkzeug ein, sondern mehr auf die damit verbunden Arbeitsabläufe. und begründet ausführlich, warum das konsequente Verschriftlichen von Gedanken und Ideen für das Verfassen eigener wissenschaftlicher Texte bereits die halbe Miete ist.

9. April 2020 /

Janina Loh zeigt in Ihrem Buch “Roboterethik” wie Ethik und Philosophie auf die Fähigkeiten von Robotern schauen. Dabei wird deutlich, dass Begriffe wie Moral und Verantwortung traditionell dem Menschen vorbehalten sind und Erweiterung bedürfen. Loh stellt unterschiedliche Positionen dar und macht Vorschläge, wie und warum wir unsere tradierten Denkmuster durchbrechen können – und sollten? So lassen sich Verantwortung und Moral nicht nur Einzelnen zusprechen, sondern auch in Beziehungen entdecken. Dann müssen sie auch nicht dem Menschen vorbehalten bleiben.