005 – „Skandalexperten – Expertenskandale“ von Caspar Hirschi

Nach Niklas Luhmann in der letzten Episode bleiben wir auch in dieser Folge bei dem schwierigen Verhältnis zwischen Wissenschaft und Gesellschaft:

Egal ob Klimakatastrophe, Dieselskandal oder Mordprozess: Expert*innen spielen eine wichtige Rolle darin, wie unsere Gesellschaft funktioniert. Von ihnen versprechen wir uns Lösungen für unsere Probleme und Orientierungshilfe ist schwierigen Situationen. Doch Caspar Hirschi zeigt in seinem Buch „Skandalexperten – Expertenskandale“, dass Expert*innen in einem schwierigen Spannungsfeld stehen: zwischen wissenschaftlicher Expertise, der notwendigen politischen Unterstützung und der öffentlichen Glaubwürdigkeit.

Was dann auch noch der „Intellektuelle“ damit zu tun hat, erfahrt Ihr in dieser Folge.

Shownotes

Mehr Bücher

Quellen und so

  • Intro und Outro der Episode stammen aus dem Stück Maxixe von Agustin Barrios Mangore, eingespielt von Edson Lopes (CC-BY).
  • Das Umblättern zwischen den Teilen des Podcast kommt hingegen von hoerspielbox.de.

Zwischen zwei Deckeln findest du auch im sozialen Medium deiner Wahl: Twitter, Instagram und Facebook.

Verfasst von:

3 Kommentare

  1. Eldhoverd
    13. Mai 2020
    Antworten

    Tach ihr Deckelaufklapper;-)
    Toller Podcast, wo ich zu jeder Sendung hätte was kommentieren können, es trotzdem nicht tat und deshalb endlich mal ein Wort in den Kommentarbereich bekommen möchte:-)
    Aus aktuellem Anlass einer – ZUGESPITZT! – virologischen Expertokratie* Empfehlung des SWR2-Forums eben zu solchen Experten in unseren außergewöhnlichen Tagen. Und just weil Prof. Hirschi mit diskutiert, erinnerte ich mich – ungelogen! – sofort an eure Vorstellung seines Werks
    https://www.swr.de/swr2/leben-und-gesellschaft/experten-in-der-corona-krise-100.html

    Du Nils hast da nur zu passend ausgewählt gehabt und ihr habt es dann vorausschauend diskutiert – ihr Zukunftsexperten #Futurologen?

    Und da Intellektuelle auch von Itneresse sind noch eine weitere Hörempfehlung für die Zeiten zwischen zwei Podcasts von euch: Was denkst du denn? von&mit Nora und Rita in Folge80
    https://www.wasdenkstdudenn.de/2020/02/14/episode-80-den-mittelfinger-in-die-wunde-intellektualitaet-und-anstand/

    Gesunder Gruß in die Kollegenrunde
    Dominic

    *Inzwischen ja längst flankiert von allen möglichen anderen Experten, die es auch „besserwissen“. So auch unsereins, auch die dafür zum Podcast-Format griffen;-)
    https://coronasoziologie.blog.wzb.eu/feed/mp3/

    PS Männlich, weiß, etwa ähnlich alt und auch Soziologe, ja selbst SF-Leser wie Nils – sorry, als evtl. Verstärkung falle ich bei euch durch 😀

  2. 9. November 2021
    Antworten

    Tach ihr Aufdeckler.

    Speziell zu Caspar Hirschi zwei erneute Hörtipps. Jeweils nimmt er aktuell Stellung zur amtierenden Coronapandemie und den wissenschaftlich-politischen Umgang mit ihr:
    Erstens: noch aus dem April21, also ziemlich inmitten der dritten Welle und nach ersten Impferfolgen bei besonders gefährdeten Personengruppen:
    „Politik kann keine reine Vollzugsinstanz der Wissenschaft sein“
    „Der Sachverständige nimmt in der Pandemie eine besondere Rolle ein. Mit wissenschaftlicher Expertise berät er oder sie auch Regierungen. Die Grenze zum Aktivisten könne dann verschwimmen, kritisiert der Historiker Caspar Hirschi im Dlf. Wissenschaft und Politik seien nicht mehr trennscharf geschieden.“
    https://www.deutschlandfunk.de/wissenschaft-und-pandemie-politik-kann-keine-reine.911.de.html?dram:article_id=495048

    Zweitens: Aktuell vom 08.11., diesmal also im Auftakt zur oder schon im Sog angerollter vierten Welle (je nach Hoch- oder Abwertung allein der Inzidenzzahlen)
    Aktivistische Experten, folgsame Medien? Lehren aus der Corona-Krise
    Hie spricht Hirschi rückblickend u.a. von „Instant-Politisierung“, die er sowohl Streeck (rund um die deutsche Portalstudie hinein in die Pandemie – Heinzberg2020) als auch Drosten vorwirft: Instant, demnach überhastig, voreilig und vorauseilend anhand von gerade so Preprint-Vor- statt Erkenntnissen politisiert worden sei.
    https://www.deutschlandfunkkultur.de/podcast-interview.1009.de.podcast.xml

    Ob dem so (gewesen) ist, beurteile ich nicht. Muss allerdings zugeben, ohnehin einen information gap in Richtung Drosten zu haben, weil ich zumindest seit dem herbst20 JEDES CoronaVirusUpdate mit ihm (und genauso im Wechsel Sandra Ciesek) gehört habe. Seine m.E. abwägenden, einbeziehenden Argumentationen sind mir daher so oder so wesentlich vertrauter und für mich einschätzbarer. Ob und wer da wie sehr/zu sehr „Skandalexperte“ war…

    Beide Links jedoch ohnehin als aktuelle Stellungnahmen Caspar Hirschis in Ergänzung zu eurer null und nichtig gealterten, vielmehr dauer aktualisierten Folge

    Ad rem
    Dominic

  3. Eldhoverd
    21. März 2022
    Antworten

    „Jede gesellschaftliche Krise sucht sich ihre Stimmen. Hatten sich mit der Pandemie die Blicke auf Virologinnen und Virologen gerichtet, wendet sich infolge des russischen Angriffskrieges gegen die Ukraine die öffentliche Aufmerksamkeit anderen Expertinnen und Experten zu. Neben jenen für Militärstrategie und Waffensysteme, die angesichts eines zuvor kaum vorstellbaren Krieges in Europa gefragte Gesprächspartner wurden, sind es Historikerinnen und Historiker, die die öffentliche Debatte bestimmen.“
    So Miguel de la Riva bei Der Standard
    https://www.derstandard.de/story/2000134130813/putins-historische-konstruktionen-sind-moralischer-horror?ref=rss

    Da musste ich sofort an eure Besprechung denken: jede Zeit hat ihre Expert*innen, die zeitweise das gesellschaftliche Selbstverständnis (mitprägen bzw. dazu beitragen (wollen/sollen), ein Selbst-Verständnis herzustellen / zu erreichen.
    Dass und (massenmedial) wie sehr sie gefragt sind – auch jetzt wieder, derweil die Zeit der Virolog*innen mit dem Auslaufen des CoronaVirusUpdate symbolisch zu Ende zu gehen SCHEINT -, spricht aber schon für eine enorme Nachfrage gesellschaftsseits zum Zwecke der Selbstvergewisserung. Wobei diese umso größer wird / geworden ist, je mehr und länger man zuvor eben solchen Expert*innen partout / viel zu wenig zuhören wollte.So zumindest der retrospektiv erschütterte Eindruck, wenn man bspw. Vittorio Hösle zuhört, wie er – emotional – analysiert und auf längst gemachte diesbzgl. Analysen verweist
    https://www.swr.de/swr2/wissen/krieg-in-der-ukraine-die-zukunft-der-demokratien-100.html
    Oder Wolfgang Eichwede zuhört, der sich bereits ein ganzes Leben lang der Thematik anekdotenerlebt und akademisch gewidmet hat
    https://jung-naiv.podigee.io/729-osteuropa-historiker-wolfgang-eichwede-russland-ukraine-nato-putin-usa-kalter-krieg-sowjetunion

    Erinnert mich, auf ganz anderem Level aber schon an die DDR und ihre offenkundig nicht zu gelungene deutschlandweite Aufarbeitung mit manch zutiefst empfundenen Gap zwischen Ost und West. Da wurde auch zu lange nicht zugehört, wahr- und ernstgenommen, ggf. schlicht verdrängt und vergessen. Das jetzt aufs geopolitische Niveau gehoben und von einem Menschenabgewandten diktiert… Oo

    Gruß
    Dominic

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.