033 – Demokratie: Eine Deutsche Affäre von Hedwig Richter

Die letzte Folge drehte sich schon um die großen historischen Linien und genau hier machen wir weiter. Christoph widmet sich aber nicht dem Geld- und Wirtschaftssystem, sondern schaut mit der Historikerin Hedwig Richter auf die Entfaltung der Demokratie im geographischen Raum der heutigen Bundesrepublik Deutschland – die natürlich eng verstrickt ist mit europäischen und globalen Entwicklungen.

Dabei entspinnt die Autorin in „Demokratie: eine deutsche Affäre“ ein langes Porträt der deutschen Demokratiegeschichte. Diese stellt sie als Projekt vor, das immer mit Beharrungskräften einhergeht und sich nur Stück für Stück entfalten kann. Insgesamt ist die Einbindung möglichst aller Personen in die politischen Prozesse aus historischer Perspektive ein höchst unwahrscheinliches und kontingentes Unterfangen. 

Mehr Literatur

Shownotes

Quellen und so

  • Intro und Outro der Episode stammen aus dem Stück Maxixe von Agustin Barrios Mangore, eingespielt von Edson Lopes (CC-BY).
  • Das Umblättern zwischen den Teilen des Podcasts kommt hingegen von hoerspielbox.de.
  • Intro und Outro der Episode stammen aus dem Stück Maxixe von Agustin Barrios Mangore, eingespielt von Edson Lopes (CC-BY).
  • Das Umblättern zwischen den Teilen des Podcasts kommt hingegen von hoerspielbox.de.

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Ein Kommentar

  1. 20. November 2022
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    Hallo.
    Eine – wie ich finde – sehr spannende Ergänzung von hedwig Richter zur schwelenden „Affäre“ in DLF Essay&Diskurs, gewiss anlässlich Putins sog. Referenden in den besetzten ukrainischen Gebieten: Die dunklen Seiten der Demokratie
    https://www.deutschlandfunk.de/die-geschichte-der-scheinreferenden-und-scheinwahlen-100.html
    MP3-Direktlink:
    https://podcast-mp3.dradio.de/podcast/2022/11/20/dunkle_seiten_der_demokratie_geschichte_der_scheinreferenden_dlf_20221120_0930_7de07aaa.mp3

    SCHEINWAHLEN als eine manipulierte Massenpartizipation seit Napoleons Zeiten und von dessen verkaiserlichten Neffen Napoleon III. zum Bonapartismus perfektioniert. Da läuft die „Wahlmaschine der Staatsmacht“ an und auf Hochtouren, um eine „Wahl als Unterwerfung“ zu praktizieren. Da wird von den Nazis behauptet, ihre entliberalisierte sei doch bloß eine extra fürs Volk „vereinfachte Demokratie“, wo man keine 47, sondern nur noch die eine Partei bejahen müsse. Eine unter Antidemokraten trotzdem gepflegte pervertierte Form eines demokratischen Mittels par excellence, um zweierlei Funktionen damit zu erfüllen: A) Legitimation vor allem nach außen, hin zu den demokratischen Nationalstaaten, um mithilfe dieser verkümmerten Imitation einer Wahl vorzeigen (aka vortäuschen) zu können, wie sehr im Volke die Politik verankert sei; B) Disziplinierung nach innen, um das eigene =beherrschte Volk spätestens im Zuge der zwangsverpflichteten Wahl vollständig erfassen und nach folgsamen parteigängern und Querulanten spalten zu können. Erkenntnis für mich, wieso in Antidemokratien daher v.a. die Wahlbeteiligung so relevant ist und trotz der völlig realitätsfernen Zahlen so vorgezeigt wird: >90, am besten 99% Wahlbeteiligung (und genauso hohe Zustimmung für die Partei) von Nöten, um besagten Funktionen nachkommen zu können. Uvm – sehr gehaltvoller 29m hörlanger Essay, der explizit dafür plädiert, gerade diese „dunklen Seiten“ als de facto immer wieder praktizierter Bestandteil des Instrumentariums ernstzunehmen. Schon Populisten inmitten funktionierender Demokratien neigen nämlich zu diesen Mitteln und Lesarten des Volkes.
    M.E. umso deprimierender, dass just dort die Wahlbeteiligung so aussageelementar ist. Denn die Nichtwähler unserer Zeiten scheinen mir das größte, tiefreichendste aller Probleme im real existierenden Wahlsystem zu sein, nämlich deren totale wegignorierte Gleichgültigkeit. Auf Bundesebene Minimum ein Viertel, auch mal ein Drittel, die nicht wählen wollen, nicht mehr wüssten, wozu sie dies sollten, oder/und nie sozialisiert worden sind, das als bürgerliche Selbstverständlichkeit wahrzunehmen. Auf Landesebene eher ein Drittel bis zwei Fünftel; auf Kommunalebene zwo Fünftel bis meist eher gleich die Hälfte, die den Wahlurnen fernbleibt. Eine ignorierte deferenzintegrierte Masse, die irgendwie da ist – Dunkle Wähler sozusagen, die existieren und wirken, aber nicht im Spotlight der Wahlarenen. Dauerhaft! Werden sie thematisiert? Nein:
    https://www.swr.de/swr2/wissen/ein-besseres-wahlrecht-weniger-abgeordnete-mehr-vielfalt-swr2-wissen-2022-11-16-100.html
    Nicht nur endlich wieder auf 598 Abgeordnete abspecken, sondern prozentual so viele Sitze freilassen, wie es Nichtwähler gibt. Das wäre mal ein Paukenschlag!
    Ein weiteres aktuelles Beispiel für solche Scheinwahlen: Kasachstan
    https://www.deutschlandfunk.de/wahlen-in-kasachstan-tokajew-100.html

    Aber augenscheinlich auch in altgedienten Demokratien unübersehbare Alterserscheinungen. Nach der BoJo-Truss-Implosion die verzweifelte Frage, wie das nur kommen konnte und welcher Kopf rollen muss. Der Kopf der Mehrheitswahlstruktur
    https://www.zeit.de/kultur/2022-10/grossbritannien-tories-nachfolge-liz-truss-jeremy-cliffe/komplettansicht
    Die übermäßige Verdichtung auf nur zwei Parteien, in denen es längst wie in einem hochschießenden Hefeteig gärt, der aber zwangsweise in Form gehalten wird, was den Druck stetig steigen lässt … In den USA anverwandt, wenn die Midterms auch doch nochmal glimpflich verlaufen sind und keine Totallähmung hervorgerufen haben.

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